Liebe Kinofreunde

Es ist vollbracht! Dank des unglaublichen Einsatzes einzelner Menschen und dank des nicht genug zu schätzenden Interesses der Gemeinde Enkenbach-Alsenborn wurde ein seit vielen Jahren gehegter Traum notariell bezeugt wahr: Das Gebäude, das das Provinz Programmkino Enkenbach beherbergt, gehört nun der Gemeinde. Dieser kleine Schritt für die Menschheit ist ein riesiger und zukunftsweisender Schritt für alle Beteiligten.
Danken möchten wir der Pfalztheater-Expertengruppe um Victor Pohl, Dennis Bodenbinder und Helena Vogel für ihre so amüsante wie informative Gestaltung des MusenKino-Vorprogramms zum Thema „Shakes­peare“. Einen Pressevertreter vor Ort gehabt zu haben, wäre an diesem Abend besonders nett gewesen.
Die Open-Air-Saison beginnt und mithin der musikalisch-cineastisch-kulinarische Kulturgenuss im Schutz des romantischen Innenhofes des ehemaligen Gasthauses Krämer in Alsenborn. Der Start mit Ein Sommer in Italien – WM 1990 ist ein sehr perfekter, zeigt er doch ausgesprochen bewegende und humorvolle Seiten legendärer Spielerpersönlichkeiten auf. Das musikalische Vorprogramm wird von LIO gestaltet. Eher musikalisch denn sportlich geprägt ist der Lebenslauf des lebensmüden Seniors in Ticket ins Leben, dem das lebhafte Temperament einer Zufallsbekanntschaft im Zug keine Chance lässt, seine Ohren oder gar sich selbst dem Leben zu verschließen. Die Musik der KVK-Band trifft gewiss auf weit offene Ohren (S. 10-11).
Ungewohnte Klänge werden unseren Nachmittagsgästen bei Kaffee-Kuchen-Kino zuteil durch die BewohnerInnen eines galicischen Fischerdorfes, die nach einer Pause ihre erneute Teilnahme an einem Rondalla-Wettbewerb planen (S. 14).
Einmal mehr darf Christoph Maria Herbst in Sommer auf Asphalt in all seiner Vielseitigkeit auf der Leinwand bei Frauen-Sinn(ema) zu Gast sein (S. 2).
Ingeborg Bachmann wäre am 25. Juni 100 Jahre alt geworden, was mit einem neuen Film gefeiert wird, in dem Regina Schilling und Sandra Hüller mit Zugewandtheit und Respekt die Dichterin selbst zu Wort kommen lassen und das kurze Leben einer der bedeutendsten literarischen Stimmen des 20. Jahrhunderts vorstellen (S. 4).
 Eine Kooperation der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt mit der Heinrich-Böll-Stiftung RLP macht es möglich, im UNION – Studio für Filmkunst Die Möllner Briefe zeigen und als Gast Serpil Unvar begrüßen zu dürfen, die Mutter des in Hanau ermordeten Ferhat Unvar (S. 11).
Filme und Themen, die wetterunabhängig auf Interesse stoßen sollten, sodass wir uns gewiss freuen können auf einen an BesucherInnen reichen Veranstaltungsmonat Juli. In dieser Gewissheit grüßt herzlich

Ursula Simgen-Buch