Das Wort zum Freitag (8)

Liebe KinofreundInnen,

„Er ist da! Er ist da in seiner Gloria (…)!“ – Mit dieser Textzeile eines Kanons wollen wir den Eltern des kleinen Ansgar Müller sehr herzlich zur Geburt ihres ersten Kindes gratulieren. Unsere Mitarbeiterin Michaela Dahley-Müller hat einen kräftigen künftigen Programmkinobesucher zur Welt gebracht, der es vermutlich kaum abwarten kann, Gast der von seiner Mama geleiteten Strange Cinema-Veranstaltungen zu sein.

Ebenfalls da ist der lang ersehnte offizielle Wiedereröffnungstermin für Kinos in Rheinland-Pfalz. Seit gestern gibt es einen „Stufenplan des rheinland-pfälzischen Ministerrats für Theater, Konzerthäuser und Kinos", der besagt, dass Kinos ab dem 27. Mai wieder öffnen dürfen. Für uns bedeutet das, nun zu schauen, welche Starts die Verleiher für die nächsten Wochen und Monate anbieten und uns entsprechend hoffnungsvoll an eine Programmplanung Juni/Juli zu machen. Bis sich das neue Sicherheitskonzept eingespielt hat, werden wir uns – was Vorstellungsanzahl pro Tag und Woche angeht – noch zurückhalten. Gemessen an den bisherigen Vorschriften könnten bei 150 Sitzplätzen etwa 26 Plätze vergeben werden, was rein wirtschaftlich gesehen wenig sinnvoll scheint, zumal das Servicepersonal auf noch nicht absehbare Dauer verdoppelt werden muss. 26 Menschen aber hätten das Glück, einen dunklen Kinosaal voller Verheißungen zu betreten und entspannt im Kinosessel sitzend aus der real existierenden Welt hinweg sich zu träumen in eine nicht unbedingt bessere, aber andere. Wir hoffen auf eine für alle Beteiligten sinnvolle, praktikable und sichere Lösung.

Dass wir den Weg bis zur Wiedereröffnung gehen konnten und hoffentlich auch während der noch anstehenden Monate der Restriktionen weitergehen können, verdanken wir nicht nur der Unterstützung seitens der Politik und seitens unserer VermieterInnen, sondern zu einem wesentlichen Teil auch der Privatinitiative von Jutta Roche, die gemeinsam mit Familie Lang aus Rodenbach eine Spendenaktion zugunsten der Provinz 80 Programmkino GmbH gestartet hat. Rund 150 Menschen haben sich seither gefunden, die mit ihrer finanziellen Unterstützung dazu beitragen, dass das Gefieder von Provinz 80 noch Federn hat. Wir sind zutiefst dankbar.

Begonnen mit einem Kanon, soll das Wort zum Freitag beendet werden mit einem Gedicht von Reiner Kunze, das „Fast ein Gebet“ ist: „Wir haben ein Dach/ und Brot im Fach/ und Wasser im Haus/ da hält man’s aus. Und wir haben es warm/ und haben ein Bett/ O Gott, daß doch jeder/ das alles hätt‘!

Ursula Simgen-Buch