Das Wort zum Freitag (5)

Liebe Kinofreunde,

auf sehr charmante Weise hat Isabelle Girard de Soucanton sie in der Rheinpfalz publik gemacht, unsere sowohl non-verbal-bildhafte als auch schriftliche Kommunikation mit dem gegenwärtig imaginären Publikum. Wie schön, dass weder Bilder noch Worte der Masken bedürfen, jedenfalls nicht hier und nicht in diesem Zusammenhang. So steht es uns frei, all jenen aus vollem Munde Dank zu sagen, die uns während der vergangenen Wochen mit Gutschein- und Zehnerkartenkäufen unterstützt haben, die unsere handgefertigten Unikate zu würdigen wussten, die ihre Mitgliedschaft im ProKult-Verein anmeldeten, die uns Geld spendeten und die das von einer Künstlerin gespendete Bild kauften. Der Stadt Kaiserslautern zollen wir dankbaren Respekt für den Verzicht ihrer Mietforderungen für das Union und den VermieterInnen von Provinz Programmkino und Büro für den zeit- und teilweisen Verzicht auf Mietforderungen. Hoffnung, die Zeit bis zur nach wie vor leider nicht in Aussicht gestellten Öffnung zu überstehen, macht außerdem eine dieser Tage von privater Seite initiierte Spendenaktion zu Gunsten unserer Kinos.

Unabhängig vom Zeitpunkt einer Wiedereröffnung werden wir bis zum Jahresende regelmäßig das vor 40 Jahren jeweils angekündigte Monatsprogramm präsentieren. Vielleicht mögen einige dem Beispiel jener Zuschauerin folgen, deren Ziel es ist, die einst gezeigten Filme, sofern heute noch erhältlich, Monat für Monat alle zu schauen. Eine feine Idee nicht nur in Zeiten ein- oder auch zweisamer Quarantäne.

Augen und Hirn bleiben, bei welcher Maskierung auch immer, frei und machen es möglich, die einen weit zu öffnen und das andere zu weiten, um sowohl Mitmenschen als Um-Welt wahrzunehmen, zu begrüßen und wertzuschätzen. Für eine Leinwandöffnung dieser Art braucht es weder einen Beschluss vom Bund noch vom Land. In diesem und mit allen anderen Sinnen: Eine intensiv genutzte Zeit bis zu unserer ersten Wiederbegegnung im Kino wünscht

Ursula Simgen-Buch