Das Wort zum Freitag

Ursulas WORT ZUM FREITAG (1):

„Ich habe mich sehr gefreut, für einige Minuten das Gefühl zu haben, dass alles normal ist“, befand Fotografin Marta Maria Mróz, mit der zusammen wir bei eisigem Wind und strahlender Sonne eine kleine Fotoaktion vor dem leider geschlossenen Rolltor unseres UNION – Studios für Filmkunst durchführen konnten. Der Vorteil des auf nicht absehbare Zeit heruntergelassenen Rolltors ist immerhin, dass die Menschen, die noch durch die Straßen gehen, in aller Ruhe das von Marie Gouil gestaltete Kunstwerk betrachten dürfen. Aber selbst ein noch so wunderbarer Vorhang impliziert ja doch die Hoffnung, dass er irgendwann aufgezogen wird und die dahinterliegende Leinwand die ZuschauerInnen in eine andere Welt entführt. Diese Hoffnung haben die MitarbeiterInnen der Provinz 80 GmbH auf je eigene Weise zum Ausdruck gebracht und dank Marta Maria Mróz künstlerisch visualisiert:

Unser Geschäftsführer, Stefan Sprengart, trägt derzeit naturgemäß noch schwerer als ohnehin schon an seiner Verantwortung, die Firma vor einem dauerhaft geschlossenen Vorhang zu bewahren. Ausdruck seiner Hoffnung auf zukunftsorientierte Unterstützung seitens unseres Publikums sind die Zehnerkarten und Gutscheine, die er in Händen hält. Gerne darf beides bei uns per Mail bestellt werden oder exklusiv in Kaiserslautern bei Teehaus Rai und in Alsenborn bei Postagentur Sigrid Rödel erworben werden.

Jörg Jacob zieht aus gegebenem Anlass das kostenlose Lächeln den so gerne propagierten kostenlosen Umarmungen vor und hat es sich zum Ziel gesetzt, uns allen auch in Zukunft noch öfter ein Lächeln zu schenken.

Den Glanz der gegenwärtig unsichtbaren Kino-VorführerInnen trägt Nathanael Buch in Form eines T-Shirts auf dem Leib. Der gleichnamige Film Der Glanz der Unsichtbaren wurde im Oktober vergangenen Jahres bei uns gezeigt.

Michaela Dahley-Müller steht die schönste und größte Aufgabe bevor: Sie erwartet Mitte Mai ihr erstes Baby und sorgt somit dafür, dass es auch in Zukunft Programmkino-BesucherInnen geben wird.

Was mich betrifft, so schlägt mein Herz gleichermaßen für unsere Kinos wie für unser Publikum. Zum Ausdruck kommt dies oft in Form von Kuchen und Keksen, deren süßer Gehalt eine schmackhafte Verbindung zu schaffen vermag zwischen Mensch, Institution und Film.

Während wir hoffen und warten auf finanzielle Unterstützung, sagen wir Dank all jenen, die uns durch ganz unterschiedliche Gesten wissen lassen, dass auch ihnen an einem Weiterleben unserer beiden Kinos liegt. Täglich empfange ich eine Stimmungsaufheller-Mail des Gemeindepädagogischen Dienstes und greife bisweilen die darin enthaltenen (und zum Glück auch bebilderten) Anregungen auf: Siehe zwei unserer Büroschaufenster, in denen unsere nun leider überflüssigen März-Programmzeitungen zu Apfelbäumchen verarbeitet wurden. Eine Kinobesucherin aus Speyer schickt uns immer mal Briefumschläge, die sie aus ihrer Provinz-Programmzeitung bastelt. Im Sinne einer praktischen Nutzung einerseits und der Vermeidung einer Papiervergeudung andererseits sollten auch wir darüber nachdenken.
Laura Ferschinger verdanken wir die kunstvoll gestaltete Kino-Herztorte (s. Foto). Herzlichen Dank auch der Spenderin einer Kiste feinen Weines aus Anlass unseres 40-jährigen Jubiläums.

Wir selbst bemühen uns, unseren WerbepartnerInnen, wenn schon nicht durch Werbung, so doch privat durch Einkäufe nützlich zu sein (solange es der Geldbeutel noch zulässt). Wir bestellen Bücher bei der Blauen Blume, Bananen beim Weltladen, Tee beim Teeladen Rai, Pflänzchen beim Blumenhaus Leibfried usw. Bei Boutique Augenweiden kann frau vorerst leider nur aus der wunderbaren Schaufensterauslage eine Auswahl für die hoffentlich nahe Zukunft treffen.

Mit diesem Gruß zum Freitag wünschen wir allen alles Gute und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft.

Ursula Simgen-Buch