Spätlese im UNION-Studio für Filmkunst

 Die nächste späte Auslese im UNION:

  • am Fr 3.5. um 22.30 Uhr Conny Plank – The Potential of Noise

Konrad „Conny“ Plank (1940 in Hütschenhausen – 1987 Köln) war einer der innovativsten Klanggestalter und Musikproduzenten seiner Zeit. Die Aufnahmen, die ab den 60er Jahren in seinem sagenumwobenen Tonstudio in Wolperath nahe Köln entstanden sind, haben die Musikwelt revolutioniert. Als Conny im Alter von nur 47 Jahren starb, war sein Sohn Stephan gerade mal 13 Jahre alt. 25 Jahre später hat er sich zusammen mit Co-Regisseur Reto Caduff auf die Suche nach dem Mann gemacht, den er als Kind oft nur hinter dem Mischpult erlebte. Zugleich wurde es auch die Suche nach dem künstlerischen Vermächtnis seines Vaters. Das emotionale Porträt des legendären Conny Plank wird so auch zu einer faszinierenden Reise durch die nationale und internationale Popmusikgeschichte der 70er und 80er Jahre.
Der Film gibt einen guten Eindruck darüber, wie der unabhängige Musikproduzent große Bereiche der zeitgenössischen (nicht nur) populären Musik vom Ende der Sechziger bis Mitte der Achtziger geprägt und nachhaltig beeinflußt hat. Von Krautrock und den Anfängen elektronischer Popmusik (Kraftwerk, Scorpions, Neu!, Kraan, Harmonia, Cluster, Can ...) über Punk/New Wave (Devo, DAF, Ultravox, Ideal ...) bis hin zu Pop (Eurythmics, Les Rita Mitsouko, Gianna Nannini, Herbert Grönemeyer ...) aber auch experimenteller Musik (Eno, Rother, Roedelius, Czukay ...): Conny Plank produzierte vielseitig – sogar den New Yorker Rappern Whodini verhalf er zum internationalen Durchbruch. Er (die Wände der Gästetoilette seines Studios waren lückenlos mit goldenen Schallplatten behängt) konnte es sich aus eigenwilligen Gründen sogar leisten, Produktionen mit Berühmtheiten wie David Bowie (1974 – "nimmt zu viele Drogen") oder U2 ("mit Bono finde ich keine gemeinsame Ebene") kategorisch abzulehnen. (Jörg Jacob)

Regisseur Stephan Plank ... über seinen Vater
„Bei uns im heimischen Studio haben Kraftwerk, die Eurythmics, Gianna Nannini, Brian Eno, NEU!, Ultravox, Killing Joke, Les Rita Mitsouko, Can, Nina Hagen, DAF, Ideal, die Einstürzenden Neubauten und unzählige weitere Musiker ihre Songs aufgenommen. Wir lebten auf einem Bauernhof [...] Unser Haus war immer voller Musiker. Wir waren wie eine Familie [...] Als mein Vater starb, war ich 13 Jahre alt. Er war eine Urgewalt [...] Er war ein Pionier, der technische Entwicklungen vorwegnahm und neue musikalische Stilrichtungen prägte.[...] Als kleiner Junge habe ich die Arbeit meines Vaters nicht verstanden. Überall [...] werde ich mit den Worten vorgestellt: „Das ist Stephan, der Sohn von Conny.” 25 Jahre nach dem Tod meines Vaters war ich bereit, mich seinem Mythos zu stellen ...“